„wie lange brauchst du für ein bild?“

..die immer wieder gestellte frage..
äh………pfuuuuhhhhhhhh!
aber heute kann ich die frage beantworten…nämlich
so lange:
für diese ausstellung habe ich etwa anfang 2013 zu malen begonnen..
schnell war dieses kerlchen auf leinwand gebannt:dereinflüsterer1

…und so blieb er für eine lange weile…bekannte verguckten sich in den verschmitzt dreinschauenden könig, gaben mir alle zeit der welt, fragten aber hin und wieder nach, ob es denn schon……...
nein, noch nicht…

die monate ziehen ins land..nein, noch nicht..
werden ein jahr..nein, noch nicht..
immer wieder werfe ich einen blick aufs bild, hier kristallisiert sich was raus..und da auch..aber fertig?!
der bauch sagt: NEIN! noch nicht! bis…
eine freundin sagt: du! der schaut sich ja in den spiegel!
heureka! wieder ein stück weiter! die monate ziehen….nein, noch nicht..

und heute:  nur ein blick und da war er plötzlich, der noch fehlende teil des ganzen.
hat sich all die monate versteckt, oder mußte erst werden.

spiegelbild oder der einflüsterer
acryl auf leinwand, 50cm x 70cm

dereinflüsterer2

so lange brauche ich für ein bild. und
der bauch sagt ja.

„was lange währt wird endlich gut“

aus alt mach neu

garnicht soo lang ists her

aber die sonne demonstrierte gnadenlos ihre kraft

neu-alt

macht nichts, dachte ich mir, ich habe eh noch ein halbes küberl weisse farbe,
ich streiche es einfach neu an….

und das wollbild dachte sich: bruhahahahaha!!!

1häkel1

pfoah! dachte ich, die wolle saugt die farbe auf als wäre es nix…da brauch ich mehr als nur nen pinsel.
also her mit einer rolle und einem neuen küberl farbe…..

das wollbild: hehehehe!

1häkel333

nundenn, dachte ich, wieder nix. schwere geschütze müssen her!
ab in die farbenhandlung meines vertrauens, her mit einem riesenkübel farbe,
eine wandrolle mit langer stange dazu und dann schaun wir mal…

15l farbe später das wollbild so: ok ok, na gut, weiß ist ja eh so schlecht nicht.

ich so: HA! geht doch! :-D

uns das ergebnis wolle vs. MtR:

häkel4

grukl
atelier

„béla und der glühweinfisch“

fischerl4
enzooo, ein lieber freund und malerkollege hat meine fischiis gesehen und bei diesem bild hat er gesagt: „Der Rote rechts unten erinnert mich an einen Bekannten aus Ungarn, leider schon verstorben, den Béla Bácsi. Der war so ein alter Grandseigneur, aber halt auch schon vom Leben ein wenig abgenutzt – als ob Du ein Foto von ihm gehabt und ihn als Fisch portraitiert hättest.“

und dann hat er in einem kommentar die ganze geschichte erzählt:
Es ist natürlich schön, wenn man ein lieber Freund genannt wird, der wunderbar Geschichten erzählen kann. Da freut man sich. Da freue ich mich, ganz konkret.

Aber Geschichten zu erzählen bedarf auch immer eines Anlasses, und da man heutzutage ja eher vor einem Bildschirm sitzt als rund um ein knisterndes Lagerfeuer oder in einer einsamen, stromlosen Berghütte in einer Winternacht, kommen diese Geschichten eher auf eine Anregung der asynchron um die sozialen Netzwerk-Lagerfeuer sitzenden virtuellen und echten Freunde – wie eben Deine großartigen Fischbilder. Dass Du meine per Facebook Private Message versandte kurze Nachricht, dass der rote Fisch da unten wie der Béla Bácsi aussieht und der links oben von Béla so, als hätte er die letzte Nacht nicht im Wasser, sondern in einem Glühweinbottich verbracht, gleich zu einem Titel verwendest, mag ich sehr: und auch Béla hätte das gemocht.

Er war einer der ungarischen Exilanten von 1956, ein echter Sir mit Stil und Klasse, aber zu dem Zeitpunkt, an dem ich ihn kennenlernen durfte, auch schon vom Leben und dessen dasselbe verkürzenden Praktiken, vor allem dem Rauchen von Zigaretten, gezeichnet. Ich kann mich nicht daran erinnern, Béla ohne Zigarette gesehen zu haben, außer vielleicht kurze Momente während des Essens, oder, wenn ihm beim Erklären der Welt, und das tat er gern, völlig entgangen war, dass seine Zigarette bis zum Filter abgebrannt war. Er glich solche Missgeschicke dadurch aus, dass manchmal eine Zigarette in seinen Händen und zeitgleich eine zweite im Aschenbecher glühte.

Er saß immer im gleichen Fauteil, von dem ich nicht weiß, ob es die tabakbraune Farbe schon beim Kauf oder ob es sich im Laufe der Jahre farblich seiner Sucht angepasst hatte. Ich saß im Gespräch immer neben ihm und sah sein Gesicht dabei immer im Profil, weil seines immer dem Tisch und dem darauf befindlichen Aschenbecher zugewandt war. Und je länger ich dein Bild ansehe, desto mehr gleichen sich meine Erinnerung und Dein Béla Fisch an.

Als ich ihn wenige Tage vor seinem Tod im Krankenhaus besuchte, residierte er keuchend und hustend in seinem winzigen Einzelzimmer, in dem man ihm erlaubt hatte, bis zu seinem Ende zu rauchen. Er erzählte mir noch ein paar dreckige WItze, auch eine seiner Leidenschaften, und ich glaube, er hätte sehr gelacht, wenn ich ihm Dein Béla-Fisch-Bild hätte zeigen können. Aber das ist sich leider um ein paar Jahre nicht ausgegangen.
(text: enzooo, bild: MtR)

fliegender wechsel

meine (zukünftigen) bilder sind immer zuerst unterlage für dies und das.
diesmal fürs bekleben (und anschließende bemalen) der fliegenden fische und
somanches pickerte papierl landete letztendlich auf der leinwand
ffDSC_5329
und während des bemalens der fischerl drängten sich plötzlich diese beiden ins bild,
ganz ohne mein bewusstes zutun, nur so aus den augenwinkeln entdeckt.
ich mag sowas sehr.
5

wortspiel

heute bin ich einem -wie ich finde- amüsanten wortspiel auf den leim gegangen.

kizziER

vielleicht, weil ich beim frühstück nur ans frühstück denke, auch wenn ich zeitung lese…und da passierte es…und zwar beim lesen dieser kolumne im KURIER

da geht es ua. darum, sich bei etwas zu verzetteln und um benjamin franklin.
dieser war nicht nur autor, erfinder, diplomat und vieles mehr, nein, er war auch … Mitunterzeichner.
ja was sagt man dazu…

fleischhacker1

und daran blieb ich hängen! mitunterzeichner.
soso, schön, dachte ich, er hat mitunter auch gezeichnet.
ich musste lächeln…mache ich das doch auch zuweilen

krizziER2

aber dann war doch alles anders. wegen der amerik. unanbhängigkeitserklärung und so.
schade irgendwie.
eigentlich.

ER5- Kopie